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Entgegen bisheriger Vorstellungen gehen
wir davon aus, daß der Mensch über eine angeborene
psychische Grundstruktur verfügt. Der psychische
Apparat, der sich während der fötalen Existenz anlegt
und von der Geburt bis zum Tod eine weitere Reifung und
Modifizierung erfährt, verändert sich also in dem Maße,
als der Mensch mit neuen Lebensaufgaben konfrontiert wird. Diese Lebensaufgaben sind die grossen Themen des Lebens , wie
z.B. die Bindung, die Individuation, die psychosexuelle
Entwicklung, die Loslösung von den primären Objekten,
die Integration ins soziale Leben, die Paarbildung und
Fortpflanzung, die Geburt und Erziehung eigener Kinder.
Diese Basisstruktur
haben wir als "primäre Lebensorganisation" beschrieben. Sie ist präsymbolisch organisiert und besteht aus verschiedenen
Affektsystemen, die den einzelnen Elementen einer zugrundeliegenden
Motivationsstruktur zugeordnet sind. Das emotionale Grundpotential
wird in neuronalen Vorgängen generiert und ist in seiner
Anlage zunächst unabhängig von äußeren Einflüssen. Die
angeborenen Verhaltensmuster, die sich im evolutionären
Anpassungsprozeß herausgebildet haben, werden im Verlauf
der individuellen Entwicklung modifiziert und so auf ein
ganz spezifisches Umfeld ausgerichtet. Diese Prozeße stehen
in einem engen Zusammenhang mit der Entwicklung einer
neuen seelischen Dimension, der Entstehung eines geistigen
Lebens und der Konstituierung einer Person, der sog. Ich-Entwicklung,
die im Sinne von Rückkoppelungsvorgängen immer wieder
auch auf die Beschaffenheit der Basisstruktur zurückwirkt.
Die Ich-Entwicklung basiert auf der Fähigkeit des Gehirns,
innere Zustände, die durch die vorprogrammierten Reaktionen
hervorgerufen werden, auf ständig höheren Entwicklungsstufen
zu repräsentieren.
(Das Modell besteht aus 23 Punkten...)
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